Hygiene und Pflege bei Windelträgern

Basics Teil 5

Urin und Stuhl belastet die Haut inkontinenter Menschen oder Windelliebhabern erheblich. Es kann neben Hautreizungen und auch Hauterkrankungen entstehen. Um Folgeerkrankungen vorzubeugen, ist eine gründliche Hygiene und Körperpflege notwendig. In der 5. Runde meiner Wissensreihe für angehende Windelträger und Inkontinente beschäftige ich mich rund um das Thema Hygiene.

Kinder und Erwachsene die unter Inkontinenz leiden sind sehr anfällig an Windeldermatitis. Die Windeldermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung die im Intimbereich auftritt. Der Intimbereich ist oft krebsrot oder wund. Da der Ausschlag im Windelbereich vorkommt, wird dieser auch Windelausschlag genannt. Haben sich Pilze angesiedelt, so spricht man nicht mehr von Windeldermatitis, sondern von Windelsoor. Rund 40 % der Betroffen leiden unter Hautbeschwerden. Früher oder später macht jeder einmal damit Bekanntschaft.

Intimrasur
Wer dauerhaft oder über einem Langen Zeitraum Windeln trägt, sollte eine Rasur für leichtere Pflege des Intimbereichs in Erwägung ziehen. Es sieht nicht nur schöner aus, sondern auch die Handhabung der Reinigung, insbesondere für Stuhlbeseitigung und eincremen ist deutlich einfacher. Außerdem können keine Haare Gerüche aufnehmen. Ich empfehle dir diese jede 2 – 3 Tage mit einem Nassrasierer durchzuführen. Um Hautreizungen vorzubeugen, sollte die Rasur beim Duschen durchgeführt werden, Rasierschaum hilft zusätzlich. Der Windelbereich sollte komplett von störenden Haaren befreit werden.

Intimpflege
Die Intimpflege sollte gründlich und regelmäßig bei jedem Windelwechsel durchgeführt werden. Die Reinigung mit einem Waschlappen mit klarem warmem Wasser reicht. Alkalifreie und hautneutrale Waschlotionen eignen sich auch, die rückfettende Substanzen enthalten. Der Intimbereich muss gründlich trocken getupft werden. Für unterwegs eignen sich auch Feuchtetücher. Allgemein wird empfohlen besonders weiche Babytrockentücher oder Toilettenpapier zu benutzen, um Reizungen abzuwenden.

Der Windelbereich sollte mit Hautschutzcreme oder Wundschutzcreme eingecremt werden, um Windelausschlag und Hautinfektionen vorzubeugen. Die Hautschutzcreme sollte nicht bei jedem wickeln aufgetragen werden. Bei geröteter Haut greift man zur Wundschutzcreme, diese haben dank des Panthenol eine entzündungshemmende Wirkung. Oft enthalten sie auch Vitamin E und Kamillenextrakte, das die Haut schneller zum Abklingen bringt. Nicht zu dick auftragen, da sonst Hautporen verschlossen werden. Puder wird nicht empfohlen, da dieses klumpt und keinen gleichmäßigen Schutz gewährleistet. Die Aufnahmekapazität der Windel kann auch stark abnehmen. Ältere Menschen sollten zudem auf Babyöl verzichten.

Es können ruhig Pflegeprodukte aus der Babypflege verwendet werden. Zwar bieten Inkontinenzhersteller auch zahlreiche Produkte an, diese unterscheiden sich kaum und sind meist doppelt so teuer. Bei Bedarf ist es ratsam Salbe gegen Windelausschlag zur verwenden. Diese enthalten zusätzlich zum Zinkoxid auch Panthenol und Nystatin. Die Pflegemittel sollten alle wohlriechend sein, das den Geruch von Urin und Stuhl überdeckt.

Ganz wichtig ist auch die Wahl der Windel, da es überall Qualitätsunterschiede gibt. Die Windel sollte den Urin schnell aufnehmen und eine geringe Rücknässung aufweisen. Der Windelwechsel sollte alle 4 – 5 Stunden durchgeführt werden, bei Stuhlinkontinenz schnellstmöglich.

Bettschutz
In einem nassen Bett aufzuwachen, schädigt nicht nur die Haut, sondern auch die teure Matratze. Um die Matratze vor Urin zu schützen haben sich verschiedene Schutzbezüge bewährt, es gibt Matratzenschoner, Spannbetttücher und Matratzenschutzhüllen. Alle Unterlagen sind mit einem vor Nässe undurchlässigen Material wie Molton, PE oder PVC ausgestattet.

Beim Matratzenschoner handelt es sich um eine Unterlage, die anstelle eines normalen Bettlakens oder unter dem Spannbetttuch verwendet wird. Diese gibt es in verschiedenen Größen und Materialien. Es sind auch Nässeundurchlässige Spannbetttücher erhältlich, die das normale ersetzt. Die Matratzenschutzhülle dagegen ist die sicherste Lösung, diese schließt die Matratze vollkommen ein. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Materialien.

Im Handel sind auch Einwegbettauflagen erhältlich. Eine Seite besteht zum Wickeln aus Folie und die andere Seite aus Zellstoff. Der Zellstoff speichert den Urin. Die Auflage ist jedoch nur bedingt als Schutz geeignet, da die Rücknässung sehr hoch ist. In manchen Fällen hat es sich vor allem bei Kindern bewährt, wenn sie keine Windeln tragen möchten. Es gibt Bettauflagen in verschiedenen Größen und Saugstärken.

Raumhygiene und Entsorgung
Um Bakterien und Schimmel keine Chance zu geben und die Räume vor unangenehmen Gerüchten zu entfernen, sollte man regelmäßig durchlüften. Die Geruchsbelästigung kann auch mit Raumsprays, die speziell für Inkontinenz entwickelt wurden, eingedämmt werden.

Benutze Windeln gehören in den Müllbeutel oder Windeleimer und sollten schnellstens entsorgt werden. Wer sich für einen Windeleimer entscheidet, sollte auf die Größe der Öffnung achten, da die meisten Systeme sind nicht für erwachsene Windeln ausgelegt sind. Natürlich können auch herkömmliche Eimer mit Deckel verwendet werden, allerdings kommt es beim Öffnen zu einer enormen Geruchsbelästigung.